Dies und das - für jeden was

Freitag, 24. Mai 2013

Darf ich's wagen? Die Umsetzung der Gedichtzeile

Ich denke, dass nun auch die letzte Frühlingspost ihren Briefkasten und Empfänger gefunden hat ;)


Schade eigentlich, dass meine  Post an Euch die letzte Zeile war; heißt das doch auch, dass wir fertig sind mit der wunderbaren Frühlingsaktion.

Mittlerweile ist der Frühling im Lande angekommen, nur die Temperaturen hat er noch nicht ausgepackt.
Hier melden sie gerade für heute Nacht 2° C (!!!) - das heißt ja wohl, Tomaten zudecken....

Bei meiner Gedichtzeile habe ich lange, lange überlegt, wie ich sie gestalte.

...dich hab ich vernommen...

das impliziert ja HÖREN...

...also OHREN....

                             * gemalt?
                             * graviert ? -was nahe liegt ;)
                             * gestempelt?
                             * ein Foto?'
                             * schraffiert/frottiert?


...etwas für die Ohren...

                              * Melodie (ist eigentlich logisch...)
                                                           ....aber wie?
                                                           ...CD beilegen?Nee, zu aufwändig.
                                                           ...Spieluhr mit Frühlingslied? Zu groß und zu schwer.

                              * welche Geräusche macht eigentlich der Frühling?
                              * also, WIE KLINGT DER FRÜHLING?
                                                            ....Vogelgezwitscher
                                                            ....Grillenzirpen
                                                            ....Wind in den Bäumen
                                                           ......Gras wachsen hören ?.. Gras- Blumen-Samen !

                                                           
                          
Diese Vorüberlegungen führten bei mir zu einem wahnwitzigen Schaffensprozess.
Was ich alles als Versuch gestaltet habe - um dann (oft enttäuscht) festzustellen, das es SO nicht geht...

Irgendwann konnte ich mich wenigstens auf das Motiv festlegen -> OHR...

...die Umsetzung lag dann auch auf der Hand (hihi, habt ihr schon mal wieder mit Wachsmalkreiden gearbeitet?)

Da ich UNBEDINGT mein "HAndwerk", die Gravur miteinfliessen lassen wollte, lag die Gestaltung durch eine Art "Gravur" nahe.
Mehrschichtig wurde die Wachsmalkreide auf Papier aufgetragen, in den Frühlingsfarben, die hellen Farbtöne zuerst, dann immer einen dunkleren Ton danach.
Irgendwann waren die Hände bunt.

Nun konnte ich mein Ohr gravieren...naja, rauskratzen trifft die Sache auch ;)

Das hat soviel Spaß gemacht, dass ich noch überm ersten Bild beschlossen habe, nein, nicht einscannen und jedem das gleiche Motiv schicken, sondern jede bekommt ein eigenes Werk.





Fertig.

Etwas Klarlack drauf (Schließlich konnte ich meinen Briefpartnern nicht diese klebrigen Farben zumuten..).


Und dann die Überlegung: Was lege ich bei???


Jede von Euch hat sich große Mühe mit den "Beilagen" gegeben.


Und ich suchte nach einem passenden Mitgebsel, damit der Frühling für jede zu hören sei.


Da spielte mir der Zufall in die Hände.
Auf meinem letzten Markt bekam ich eine ganz tolle Buchempfehlung
"Wo die Büsche tanzen wollen" von H. Benjes (ja, der, nach dem die Benjes-Hecken benannt sind!)
und - wie es der Zufall will, ergatterte ich bei E**y für einen Appel und ein Ei dieses Buch.
Endlich in Händen, mußte ich blättern, lesen, staunen... wunderschön!
Und mitten im Buch eine Anleitung: 


Hermann Benjes, Wo die Büsche tanzen wollen

Na klar - "es geht eine helle Flöte" - klassisches Frühlingslied...

...wenn schön nicht Musik versenden, dann etwas, womit man selbst "Musik" machen kann!
Und dann begann ich nach Anleitung eine Flöte zu schnitzen.
Die erste, aus Weide gearbeitet, gab keinen Ton von sich.
Die folgende, aus Holunder,schälte sich komplett...

Die dritte schließlich gab den ersten hellen Ton von sich. - Haselnuss -
Gut, also die ersten zwei in den Kachelofen... und weiterschnitzen ;)
wenn man mal so 10, 12 Stück geschnitz hat -schließlich sollte ja aus jeder ein ansprechender Ton herauskommen - geht es richtig leicht von der Hand.
Ich finde, rückwirkend gesehen, das sollte eine Mutter ruhig können, die Jungs-Söhne finden das nämlich cool, wenn das nicht nur der Opa kann!)


Vorbereitet hatte ich bis dato eine bunte Samenmischung, um den Frühling zu hören und später auch sehen(säen) zu können...
Von Ringelblume,Kapuzinerkresse, bis hin zu Sonnenblumen, Cosmeen, Adonisröschen und noch einige andere Sorten habe ich Samen gemischt und in kleine Tütchen eingenäht.


Somit hatte ich andlich am Dienstag für jede IHR Päckchen zusammengestellt.



Ihr Lieben, habt nochmal vielen, vielen Dank für die Umsetzung Euerer Zeilen dieses Gedichtes.

Liebe Tabea, vielleicht machst du nächsten Frühling wieder so ein Projekt? Ich bin gerne wieder dabei!



Kommentare:

  1. Ich finde deine Karten sind sooooo schön geworden!
    Du hast also wirklich jedem noch ne Weidenpfeife geschnitten? Hui!

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  2. Ja! Und jede hat einen Ton von sich gegeben!
    LG,K.

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  3. Na wenn das kein krönender Abschluß für die Frühlingspost war! Liebe Kathrin, vielen Dank für Deine Karte, das Samentütchen und vor allem die geniale Flöte. Und ich hab's tatsächlich geschafft, ihr einen Ton zu entlocken :-)
    LG Tanja

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  4. Also wirklich..., was für ein Schaffensprozess - und dann noch ein Flötchen von einem meiner "berufsbedingten" Lieblingsautoren ;-), toll, was die Frühlingspost so mit einem macht, nicht wahr? Herzlichen Gruß Ghislana

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  5. Dass du Flöten schnitzen kannst, herrlich! Meine gibt tatsächlich Töne von sich. Ich danke dir für die schöne Karte, für die nette Erklärung dazu und für die Samen. Toll! LG Mila

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  6. Meine Flöte wird mir sicher bald von den Kindern geklaut, sie waren schon sehr neugierig ;-)
    Hab vielen herzlichen Dank für Deine Karte! Es hat mich wirklich gefreut, in dieser Frühlingspostgruppe zu sein.

    Liebe Grüße,
    Mond

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